10 Tipps für einen optimalen Schutz in der PHV

Jeder Mensch, es sei denn, er gilt als deliktunfähig, ist für Schäden, die er Dritten zufügt, verantwortlich. Übersetzt heißt das, er muss für den Schaden aufkommen. Erfreulicherweise hat es in den letzten Jahren bei den Versicherungsbedingungen zur privaten Haftpflichtversicherung einiges an Bewegung gegeben. Die eigentlich pauschale Versicherung gegen „Personen-, Sach- und Vermögensschäden“ war von zahlreichen Ausschlüssen geprägt, die bei guten Policen heute nicht mehr gegeben sind. Abhängig von der Lebenssituation ist der eine oder andere Einschluss durchaus sinnvoll oder wichtig. Wir zeigen Ihnen nachfolgend, worauf Sie achten sollten.

1. Deliktunfähigkeit

Sie haben kleine Kinder oder betreuen öfter Ihre Enkel? Angenommen, der Nachwuchs ist fünf Jahre alt und beschädigt das Auto des Nachbarn, wären Sie nicht in der Haftung. Das Kind ist deliktunfähig. Der nachbarschaftliche Friede wäre allerdings auch gestört, wenn Sie die Reparatur nicht aus eigener Tasche bezahlen. Die Ausdehnung des Versicherungsschutzes auf deliktunfähige Personen, dies gilt auch für Demenzkranke, verhindert diese Kostenbelastung für Sie.

2. Diensthaftpflicht

Beamte und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst haften gegenüber ihrem Dienstherren persönlich für alle Schäden, welche durch sie im Rahmen der Ausübung ihres Berufes entstehen. Gerade Lehrer und Erzieher stellen hier eine Risikogruppe in Bezug auf die Sicherheit der Kinder dar. Für alle im öffentlichen Dienst beschäftigten ist der Einschluss der Diensthaftpflicht ein Muss.

3. Gefälligkeitsschäden

Bis vor einigen Jahren waren diese Schäden komplett vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wer einen Freund bat, ihm beim Umzug zu helfen, und der Freund ließ den Fernseher fallen, war selbst daran schuld. Heute würde die Haftpflicht des Freundes den kaputten Fernseher ersetzen, sofern dieser Passus Bestandteil des Vertrages ist.

4. Schäden an geliehenen und beweglichen gemieteten Sachen

Sie hatten sich von Ihrem Nachbarn die Digitalkamera geliehen und diese fallen lassen? Alte Policen sahen für diesen Fall keinen Versicherungsschutz vor. Das Gleiche galt für bewegliche gemietete Sachen. Schäden an der Mietwohnung waren generell versichert, anders sah es aber mit der Häckselmaschine aus, die vom Baumarkt gegen Entgelt geliehen war. Heute ist dieser Einschluss allerdings durchaus möglich.

5. Oberirdischer Öltank

Hausbesitzer sollten das Risiko oberirdischer Öltanks hinsichtlich der Umwelthaftung nicht unterschätzen. Wer sein Einfamilienhaus mit Öl beheizt, sollte darauf achten, dass der Einschluss des Öltanks nicht nur gegeben ist, sondern auch vom Tankvolumen her passt. Es nutzt nichts, wenn der Versicherer 3.000 Litertanks in die Police einschließt, der eigene Tank aber ein Fassungsvolumen von 5.000 Litern aufweist.

6. Schlüsselrisiko

Das Risiko, fremde Schlüssel zu verlieren und die für eine neue Schließanlage anfallenden Kosten, wird gerne unterschätzt. Viele Anbieter beschränken die Schadensersatzleistung jedoch nur auf beruflich genutzte Schlüssel. Wer allerdings öfter beim Nachbarn Blumen gießt, sollte darauf achten, dass auch fremde private Schlüssel unter den Versicherungsschutz fallen.

7. Forderungsausfalldeckung

Angenommen, Ihr Auto steht auf der Straße, und ein Fahrradfahrer zerschrammt Ihnen die komplette Seite Ihres Wagens. Dass Sie des Radfahrers habhaft werden können, bringt Ihnen zunächst wenig, da er weder das Geld für die Neulackierung besitzt noch eine private Haftpflichtversicherung. Verfügen Sie im Rahmen ihres Vertrages über eine Forderungsausfalldeckung, springt Ihr Versicherer ein und stellt den Schadensverursacher so, als ob er ebenfalls Kunde des Unternehmens sein. Voraussetzung ist allerdings, dass ein Gericht Ihre Forderung als berechtigt eingestuft hat und Sie den Titel an den Versicherer abtreten können. Manche Gesellschaften sehen bei der Forderungsausfalldeckung allerdings eine Mindestschadenshöhe voraus.

8. Allmählichkeitsschäden

Allmählichkeitsschäden sind nicht sofort sichtbar, sondern breiten sich langsam aus. Sie schließen beispielsweise eine neue Spülmaschine an, und beschädigen, ohne es zu bemerken, das Leitungsrohr. Im Laufe der Zeit tritt Wasser aus und greift das Mauerwerk an. Sie oder Ihr Nachbar bemerken den Schaden erst lange Zeit später. Im Falle einer Mietwohnung sind Sie ebenso in der Haftung, wie bei einem Reihenhaus, bei dem das Nachbarhaus Schaden nimmt.

9. Surfboards

Da Sie nicht surfen, benötigen Sie keine Police, die das Surferrisiko mit abdeckt. Sie können allerdings nicht damit rechnen, dass ihr 18jähriger Sohn während einer Jugendreise ein Board mietet und damit einen Schwimmer verletzt. Dieser stellt jetzt Regressforderungen gegen Sie. Bei Jugendlichen sollten Sie immer, auch im Hinblick auf den Versicherungsschutz, auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

10. Versicherungssumme

Zu guter Letzt wollen wir uns noch kurz der Versicherungssumme widmen. Hier gilt eine einfache Faustformel: Je höher, desto besser. Gerade bei Personenschäden macht sich dieser Sachverhalt bemerkbar. Ihr Mietvertrag sieht vor, dass Sie mit Schneeschippen an der Reihe sind? Die Party ging lang und Sonntagmorgen um acht zum Schneeräumen aufzustehen, ist so gar nicht ihr Ding. Ein Passant rutscht auf dem vereisten Weg aus und verletzt sich schwer. Neben einem möglichen Schmerzensgeld kommen auch noch die gesamten Kosten der medizinischen Heilbehandlung und möglicher Reha-Maßnahmen auf Sie zu.