Die Private Haftpflichtversicherung kommt nicht für Schäden als Fahrzeugführer auf

Die dem Verbraucherschutz verpflichteten Verbraucherzentralen beleuchten immer wieder welche Versicherungen für den Verbraucher unverzichtbar sind und wo eine Überversicherung drohen könnte. Sie raten allgemein beispielsweise von Reisegepäck-Versicherungen ab, weil die Anforderungen an die Auszahlung im Schadensfall bzw. ein ständiges Auge auf das Gepäck haben zu hoch sind.

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Die Privathaftpflicht Versicherung halten sie allerdings beinahe für unverzichtbar. In ihrem im April 2018 aktualisierten Internet-Angebot beschreibt die Verbraucherzentrale die Bedrohung durch mögliche Schadensersatzklagen: „Wer anderen durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn […] Schaden zufügt, muss dafür in voller Höhe aufkommen.“

Der Schwerpunkt des Versicherungsschutzes der privaten Haftpflichtversicherung würden wir am Besten so zusammenfassen, dass es um fahrlässiges Fehlverhalten oder eine aus Versehen erfolgende Schädigung dritter Personen oder Sachen geht.

Zudem hat es sich im Sinne günstiger Beiträge und einer gerechten Risikoaufteilung bewährt, den Verkehrsbereich aus der normalen Haftpflicht herauszunehmen. Wenn Sie einen fahrbaren Untersatz besitzen, dann wissen Sie: Schäden durch den Fahrzeugführer werden durch die KFZ-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Damit verbunden ist eine Versicherungspflicht für Fahrzeuge, die mit der Erteilung des Kennzeichens verbunden ist. So kann jeder Verkehrsteilnehmer davon ausgehen, dass alle Fahrzeuge über den notwendigen Versicherungsschutz verfügen.

Was aber ist denn nun mit den vielen, kleinen neuen Fortbewegungsmöglichkeiten? Sind diese durch die Privathaftpflicht abgedeckt oder nicht. Hier lohnt sich der Blick auf die Details:

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    Segways: Insbesondere nach der Markteinführung taten sich viele Städten und Gemeinden schwer, die Segways überhaupt zu erlauben. Unternehmensgründer konnten ein Lied davon singen, wie schwierig es war, Ausnahmegenehmigungen zu bekommen. Wenn beispielsweise eine geführte Tour durch eine Grünanlage führen sollte.

    Inzwischen gilt das Segway als eine besondere Art Mofa: Das Mindestalter für die Nutzung beträgt 15 Jahre und der Fahrer des Segways sollte einen Mofa-Führerschein besitzen.

  2. Die kleinen, schicken Hoverboards gelten leider nicht als hippe, angetriebene Variante eines Skateboards, sondern als echtes Kraftfahrzeug. Da sie keine Straßenzulassung besitzen sollten sie auch nur auf privatem Grund verwendet werden, wenn der Fahrer kein Risiko eingehen möchte. Der Fahrer des Hoverboards ist also nicht mehr als Fußgänger einzustufen.
  3. Anders ist die Lage bei Inline-Skates: Da diese keinen Motor haben und auch nicht extern angetrieben werden, gelten die Inline-Skater weitestgehend als Fußgänger. Zwar wird immer wieder diskutiert, ob und wie sie Radwege befahren sollen oder müssten. Im Stadtverkehr und dem Straßenverkehr überhaupt gelten sie aber als Fußgänger und können damit auch Zebrastreifen & Co. Nutzen.
  4. Bei Elektroskateboards gilt ähnliches wie für die Hoverboards! Hier müsste erst eine Straßenzulassung als Kraftfahrzeug eingeholt werden. Da es diese Allgemeine Betriebserlaubnis nicht gibt, würde die „normale“ Haftpflichtversicherung die Schäden auch nicht bezahlen müssen.
  5. Fahrradfahrer, die privat unterwegs sind, können auf die private Haftpflicht-Versicherung zur Begleichung ihrer Schäden setzen. Bei beruflicher Nutzung sind Fahrradfahrer ja ohnehin über den Arbeitgeber bzw. die jeweilige Berufsgenossenschaft versichert.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die private Haftpflichtversicherung weiterhin unverzichtbar ist. Aufpassen sollte man allerdings bei den neumodischen Fortbewegungsvarianten und Gadgets, die man ganz ohne Versicherungsschutz und damit auf eigene Gefahr nutzt. Wahrscheinlich hat der mangelnde Versicherungsschutz dazu beigetragen, dass sich beispielsweise die Hoverboards nicht wirklich durchgesetzt haben.