Direct Line Haftpflicht Erfahrungen 2018*

Ursprünglich stammt die Direct Line aus Großbritannien. Die Direct Line Versicherung AG war Bestandteil der Direct Line Insurance Group plc und gehörte bis zum Jahr 2013 zur Royal Bank of Scotland Gruppe. Im Jahr 2015 gehört der Versicherer zur spanischen Mapfre-Gruppe. Rund 400 Mitarbeiter betreuen in Deutschland im brandenburgischen Teltow rund 1,2 Millionen Policen. Der Markteintritt als Direct Line im Jahr 2002 basierte ausschließlich auf dem Vertrieb von Auto- und Motorradversicherungen. Inzwischen zählen neben der privaten Haftpflichtversicherung auch noch Rechtschutzpolicen zum Produktportfolio.

Die Tarife der Direct Line Privathaftpflichtversicherung

LeistungKlassikPremium
Versicherungssumme
Personen- und Sachschäden
3 Mio. €10 Mio. €
Vermögensschäden
50.000 €100.000 €
Gültigkeit im Ausland
bis 1 Jahrbis 1 Jahr
Innerhalb der EU
und der Schweiz
unbegrenztunbegrenzt
Forderungsausfalldeckung
neinnein
Selbstbeteiligung optional
150 €150 €
Schäden durch ehrenamtliche
Tätigkeit
neinnein
Aufsicht über fremde Kinder
neinnein
Einschluss deliktunfähiger
Personen
bis 5000€bis 10000€
Gefälligkeitsschäden
neinnein
Elektronischer Datenaustausch /
Internetnutzung
1 Mio € (Personen- und Sachschäden)
50000 € (Vermögensschäden)
1 Mio € (Personen- und Sachschäden)
100000 € (Vermögensschäden)
Hüten fremder Hunde
jaja
Hüten und Reiten
fremder Pferde
jaja
Mietsachschäden
300.000 €300.000 €
Wohnungseigentum
jaja
Oberirdischer Öltank
neinnein
Schlüsselrisiko privatneinnein
Schlüsselrisiko beruflichneinnein
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Die Direct Line bietet zwei Tarife in der privaten Haftpflichtversicherung an. Der Tarif Klassik weist eine Versicherungssumme von drei Millionen Euro auf, der Premiumtarif von zehn Millionen Euro. Die Deckungssummen gelten pauschal für Personen- und Sachschäden. Vermögensschäden sind im Tarif Klassik mit 50.000 Euro abgedeckt, im Tarif Premium mit 100.000 Euro. Hält sich der Versicherungsnehmer in Europa auf, genießt er unbegrenzten Versicherungsschutz. Außerhalb Europas beträgt die Geltungsdauer ein Jahr. Versicherungsnehmer können wahlweise eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro je Schadensfall vereinbaren. Die Laufzeit für die Privathaftpflicht der Direct Line beträgt ein Jahr.

Eine Forderungsausfalldeckung ist nur über den beitragspflichtigen Zusatzbaustein „Plus“ erhältlich. Die Mindestschadenhöhe beträgt 2.500 Euro, maximal erstattet die Direct Line fünf Millionen Euro. Ebenfalls nur über die Deckungsweiterung lassen sich Gefälligkeitsschäden absichern. Diese maximiert das Unternehmen auf 5.000 Euro je Schadensfall. Die nicht-gewerbsmäßige Tätigkeit als Tagesmutter muss ebenfalls über den Zusatzbaustein „Plus“ abgedeckt werden, genauso wie das Risiko des Schlüsselverlustes. Bei Schlüsselverlust leistet die Direct Line bis zu 2.500 Euro. Schäden durch deliktunfähige Kinder versichert die Direct Line im Klassik-Tarif mit 5.000 Euro, im Premium-Tarif mit 10.000 Euro. Erwachsene deliktunfähige Personen fallen nicht unter den Versicherungsschutz.

Trotz aller Ausschlüsse sieht die Direct Line bei Schäden durch eine ehrenamtliche Tätigkeit eine Leistung in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme vor. Bei Mietsachschäden maximiert der Versicherer die Leistung bei Immobilien auf 300.000 Euro. Bei Schäden an gemieteten beweglichen Sachen erstattet er im Tarif Klassik bis zu 2.000 Euro und im Tarif Premium bis zu 10.000 Euro.

Unter den Versicherungsschutz fällt auch das nicht-gewerbsmäßige Hüten fremder Hunde und Pferde.

Versichert ist die Eigenschaft als Immobilienbesitzer. Dabei fallen durchaus mehrere im Inland gelegene Wohnungen unter den Versicherungsschutz. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich um vom Versicherungsnehmer zu Wohnzwecken genutzte Einheiten handelt. Bei Vermietung besteht nur Versicherungsschutz, wenn es sich um maximal drei einzelne Zimmer, nicht um eine vollständige Wohneinheit handelt.

Die Allgemeinen Haftpflichtbedingungen der Direct Line sehen keine Leistung bei Schäden durch einen oberirdisch gelagerten Öltank vor.

Bei der Antragstellung bietet die Direct Line zwei Alternativen. Entweder wird die Eigenschaft als Single policiert oder als Familie. In der teuersten Variante, Familienversicherung ohne Selbstbeteiligung mit Einschluss des Bausteins „Plus“ beläuft sich der Beitrag auf 69 Euro jährlich. Damit steht der Preis in einer korrekten Relation zur Leistung.

Der Antrag für die Direct Line Haftpflichtversicherung

Wem es gelungen ist, über die Sitemap die Rubrik „Privathaftpflicht“ zu entdecken, auf der Homepage ist diese Sparte mit keinem Wort erwähnt, kann direkt zur Antragstellung übergehen. Neben dem Familienstand benötigt es zunächst noch des Geburtsdatums des Antragstellers. Im nächsten Schritt bekommt er den Beitrag für den Basistarif mitgeteilt, hat jetzt aber die Möglichkeit, den Vertrag anzupassen. Die Antragstellung kann entweder online erfolgen oder per Post. In beiden Varianten bedarf es natürlich der persönlichen Daten des Antragstellers. Es findet keinerlei Validierung der eingegebenen Adressdaten statt. Am Ende der Antragsroutine erfolgt die Abfrage der Bankverbindung, da nur Lastschriftzahlung möglich ist.

Kontakt und Schadensmeldung

Der Kontakt zur Direct Line kann telefonisch unter der Rufnummer 030 – 890 003 003 erfolgen. Die Mitarbeiter stehen von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 7 Uhr und 21 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 9 und 18 Uhr zur Verfügung. Die Kontaktaufnahme per E-Mail erfolgt über ein Online-Formular, alternativ können Kunden eine Rückrufbitte hinterlassen.

Wie können Kunden einen Schaden bei der Direct Line melden?

Die Schadenmeldung kann auf vier Wegen erfolgen. Für iOS-Nutzer steht eine spezielle App bereit. Als zweiter Weg bietet sich die telefonische Schadensmeldung unter der Rufnummer 030 890 003 001 an. Alternativ dazu steht eine Schadensmeldung als PDF zum Download zur Verfügung oder ein Onlineschadensformular.

Fazit

Der Umstand, dass Interessenten die Haftpflichtversicherung der Direct Line nur über die Sitemap finden, lässt den Schluss zu, dass das Unternehmen an einem aktiven Vertrieb nicht interessiert ist. Für diese Vermutung könnte auch die inhaltlich sehr dürftig ausgestaltete Webseite sprechen. Wer halbwegs detailliert erfahren möchte, was er im Zweifelsfall unterschreibt, ist auf die Versicherungsbedingungen angewiesen. Diese sind allerdings in der Sitemap auch nicht klar benannt, sondern hinter einem Kürzel versteckt. Weshalb die Direct Line Haftpflichtversicherung den teureren Tarif als „Premium“ bezeichnet, erschließt sich dem Verbraucher allerdings nicht. Basistarife von Mitbewerbern bieten deutlich besseren Versicherungsschutz als der Premiumtarif der Brandenburger. Wer keinen ausreichenden Versicherungsschutz, aber dafür eine niedrige Prämie sucht, mag bei der Direct Line richtig sein. Wer sich allerdings solide und gut gegen mögliche Haftpflichtrisiken absichern möchte, sollte sich schnellstens nach einem anderen Anbieter umsehen.

*Alle Produktangaben sind Aussagen der Direct Line. Mehr Informationen finden Sie auf der Unternehmens-Webseite.