Eine private Haftpflichtversicherung sichert Mieter ausreichend ab

Wer in einer Mietwohnung lebt, sollte gegen Schäden dort versichert sein. Eine spezielle Mieterpolice gibt es nicht, sie ist auch nicht nötig: Die private Haftpflichtversicherung (PHV) deckt Mietsachschäden ab.

Vermieter verlangen manchmal eine PHV

© RAM – Fotolia.com

Manche Vermieter verpflichten ihre Vertragspartner sogar dazu, eine Privathaftpflicht abzuschließen. Dazu existieren inzwischen Gerichtsurteile. In einem Formular-Mietvertrag unter den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist eine solche Klausel ungültig. Einzelvertraglich jedoch, als handschriftliche Ergänzung zum Vertrag zum Beispiel, hat der Vermieter das Recht, den Nachweis einer PHV-Police vom Mieter zu verlangen. Der Gesetzgeber in Deutschland schließt Schäden an geliehenen oder gemieteten Gegenständen vom Schutz über eine PHV im Prinzip aus. Dabei gilt aber eine Ausnahme: Bei gemieteten Räumen sind sie als Mietsachschäden durch die PHV abgedeckt. Diese Versicherung gilt für Erst- oder Zweitwohnung, Ferienwohnung und sogar den Schrebergarten.

Überwiegend einheitliche Klauseln

Die Versicherungsgesellschaften besitzen bei der Vertragsgestaltung für Mietsachschäden freie Hand, die Klauseln ähneln sich allerdings weitgehend. Lediglich die Deckungssummen besitzen eine große Spannweite: Manchmal liegen sie bei 50.000,- Euro, mal bei 100.000,- Euro. Für Mietsachschäden kommen die Versicherer sogar dann auf, wenn sie durch grobe Fahrlässigkeit entstehen. Setzt der Hobby-Handwerker zum Beispiel mit der Bohrmaschine das Bad unter Wasser, zahlt die PHV. Lediglich bei Vorsatz reguliert der Versicherer den Schaden nicht. Einige Dinge jedoch sind von der Schadensregulierung ausgeschlossen, vor allem:

  • übermäßige Beanspruchung mit Abnutzung und Verschleiß
  • Schäden an Warmwasseranlagen und im Heizungsbereich
  • Schäden an Gas- und Elektrogeräten

Auch Glasbruch ist vom Versicherungsschutz für Mietsachschäden durch die PHV ausgeschlossen – wenn eine gesonderte Police dafür möglich ist.

Sonderfall Schlüsselverlust

Der Schlüsselverlust ist bei einer Hausschließanlage schnell sehr teuer. Er lässt sich bei der PHV gegen Aufpreis mitversichern. Das ist oft verbunden mit einigen hundert Euro Selbstbehalt und einer Deckungsobergrenze von mehreren Tausend Euro. Beruflich genutzte Schlüssel lassen sich gegen Verlust in der Regel nicht versichern.