Haftpflicht für das Klima

Im Vorfeld der im November in Bonn stattfindenden UN-Klimakonferenz haben Experten ein Konzept entworfen, dass den Verursacher-Staaten eine Haftung für den Klimawandel auferlegt. Eine Haftpflicht soll denen helfen, die sich selbst nicht gegen Klimarisiken absichern können.

Mehr als 300 Milliarden Dollar jährlich

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Auf diese Summe beziffert die Weltbank den durch Wetterextreme global verursachten Schaden pro Jahr. Schuld am extremen Wetter ist laut Weltbank der Klimawandel und der wird womöglich durch die CO2-Emissionen der reichen Industriestaaten hervorgerufen. Die können ihre vergleichsweise höheren Schäden verkraften, aber in ärmeren Ländern seien viele Menschen von Naturkatastrophen in ihrer Existenz bedroht.

Deshalb fordern Fachleute Versicherungen gegen die zunehmenden klimatischen Risiken, wobei die wohlhabenden Nationen beispielsweise für die von ihnen verursachten Treibhausgase bezahlen sollen.

Nach dem Verursacherprinzip

Den Befürwortern ist natürlich klar, dass die Einwohner von Entwicklungsländern sich überhaupt nicht gegen Klimarisiken absichern können. Daher fordern sie, Klimagerechtigkeit nach dem Verursacherprinzip walten zu lassen. Wer viel Kohlendioxid verursacht, soll den dadurch geschädigten Menschen in armen Ländern finanziellen Ausgleich zukommen lassen. Es handelt sich dabei allerdings um eine Theorie, die bislang in der Praxis nicht angewendet wurde.

Bisher gibt es lediglich eine Initiative des G7-Gipfels in Elmau, welche bis 2020, Versicherungsschutz gegen Klimarisiken für 400 Millionen Menschen in Entwicklungsländern in Aussicht stellen will.

Lobenswert, aber nicht effizient und weitreichend genug

Kritiker halten den Ansatz zwar für einen Schritt in die richtige Richtung, weil damit betroffenen Staaten anlässlich akuter Klimakatastrophen geholfen wird. Langfristige Klimaveränderungen lassen sich damit aber nicht bewältigen. So wird beispielsweise kein Versicherungsanbieter der Welt einen Inselstaat gegen Untergang versichern, weil der Meeresspiegel ansteigt.

Konsens soll auf dem Weltklimagipfel sein, dass Regierungen und große Unternehmen konkrete finanzielle Zusagen als Verursacher von Klimaveränderungen abgeben. Es wurden für das Verschulden allerdings noch keine belastbaren Beweise vorgelegt.