Privathaftpflichtversicherung – Wie steht es um den Versicherungsschutz geliehener Gegenstände?

Wie schnell ist es passiert, dass wir einem Dritten durch einen dummen Zufall oder Unachtsamkeit einen Schaden zufügen? Die Antwort lautet: sehr schnell, denn die Anzahl der potenziellen Schadensszenarien reicht vom klassischen Rotweinfleck auf der weißen Lieblingsbluse über den Verkehrsunfall bis hin zum Sturz mit dem geliehenen Notebook. Die Lösung heißt Privathaftpflichtversicherung.

Darum ist eine Privathaftpflichtversicherung in Deutschland so wichtig

© sunt – fotolia.de

In Deutschland haftet jede Person in der Regel unbeschränkt für jeden Schaden, den sie Dritten zufügt, siehe §823 BGB. Das mag im Fall eines Rotweinflecks noch nicht allzu wild sein. Richtig unangenehm wird es jedoch bei Personenschäden, denn Behandlungskosten und Schmerzensgelder können über Jahrzehnte hin fällig sein. Und dass Kosten Millionenhöhe für nahezu jeden Bürger den Ruin bedeuten, liegt auf der Hand. Eine Privathaftpflichtversicherung deckt derartige Schäden ab und ist damit neben der Krankenversicherung die wohl wichtigste Versicherung in Deutschland.

Sind geliehene Gegenstände automatisch mitversichert?

Wer sich den Laptop oder das Fahrrad seiner Freunde leiht und an dieser Stelle einen Schaden verursacht, sollte jedoch vorsichtig sein, denn nicht jede Privathaftpflichtversicherung kommt für diesen Schaden auf. Das liegt daran, dass viele Versicherungen das Leihen, Mieten, Pachten oder Leasen einer Sache so betrachten als würde diese Sache in das Eigentum des Versicherten übergehen. Und da die Haftpflichtversicherung nicht für die Schäden am Eigentum des Versicherten aufkommt, springt sie auch nicht bei Schäden an geliehenen Dingen ein. Eine Ausnahme besteht lediglich bei Schäden an Mietwohnungen.

Es kommt auf den richtigen Versicherungsschutz an

Vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrags sollte also unbedingt darauf geachtet werden, dass Schäden an geliehenen Dingen abgedeckt sind. Einige gute Versicherer haben Policen im Programm, die die Schadenshaftung für Leihsachen bis zu einer Schadenshöhe von 5.000 Euro übernehmen. Manche Versicherungen bieten gar Deckungssummen in Millionenhöhe an, verlangen dafür aber auch Selbstbeteiligungen. Unter dem Strich lohnt ein kritischer Blick aber nicht nur beim Neuabschluss, denn auch bestehende Tarife müssen regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob sie noch zum persönlichen Lebensstil passen. Der Abschluss einer neuen Versicherung ist oftmals sogar günstiger und mit einer leistungsstärkeren Police verbunden.