Vereinssport-Unfälle sind gut abgesichert – aber nicht komplett

Wer sich beim Vereinssport verletzt, ist weitgehend über die Krankenversicherung versorgt – egal ob gesetzlich oder privat. Mögliche Lücken schließt eine private Haftpflichtversicherung.

Rückforderung an die Vereine

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Egal ob Foul oder unglücklicher Zusammenprall: Sportaktivitäten im Verein sind bei Verletzungen über die Krankenkassen abgesichert. Das gilt auch für die Wege von und zu den sportlichen Aktivitäten. Der Versicherungsschutz schließt zudem Reha-Maßnahmen und Lohnfortzahlung ein, wenn es sich um langwierige Verletzungen handelt. Entstand die Verletzung bei Aktivitäten, die eindeutig dem Vereinsleben zuzuordnen sind, fordern die Versicherungen allerdings ihr Geld von den Vereinen zurück. Eindeutig liegt dieser Fall vor, wenn der Schaden beim Trainings- oder Spielbetrieb entstand. Die Vereine sichern sich gegen diese Forderungen ab über die Gruppenversicherungen, die der Landessportbund für seine Mitglieder abschließt. Damit sind zum Beispiel auch Unfälle bei den An- und Abreisen zu Auswärtsspielen abgesichert. Aber es gibt Grauzonen, die eine private Unfallversicherung abdeckt. Sie entstehen zum Beispiel beim Kick vor dem offiziellen Trainingsbeginn. Die private Unfallversicherung trägt in so einem Fall auch die Kosten für Dauerschäden. Das sind unter anderem komplette oder teilweise Berufsunfähigkeit, Reha-Maßnahmen, Krankenhaustagegeld oder Invalidenrente.

Gesetzliche Unfallversicherung haftet nur beim Betriebssport

Die gesetzliche Unfallversicherung regelt Verletzungen beim Sport übrigens meistens nicht: Sie sichert die Folgen von Schäden ab, die bei der Berufsausübung entstehen. Die meisten körperlich aktiven Menschen sind jedoch Hobby- oder Amateursportler – keine Profis. Eine Ausnahme bilden Verletzungen, die im Rahmen von Betriebssport-Aktivitäten auftreten: Sie sind durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Eine private Haftpflichtversicherung hilft übrigens auch dabei, unberechtigte Forderungen abzuwehren. Sie entstehen unter anderem dann, wenn der verletzte Gegenspieler den Klageweg beschreitet, um Forderungen gegen ein Mitglied der anderen Mannschaft durchzusetzen.